02/25 Holz auf Stein
BILDEN
Wie zufrieden sind die Lehrabgänger im Holzbau?
Der Holzbau kann nach wie vor eine genügend grosse Anzahl von Jugendlichen für eine Lehre in der Branche begeistern. Doch wie zufrieden sind die jungen Zimmerleute am Ende ihrer vierjährigen Ausbildungszeit? Dieser Frage ging der Bereich Bildung von Holzbau Schweiz nach.
Text und Grafiken Holzbau Schweiz
Junge Berufsleute in die Holzbaubranche holen ist das eine, sie halten das andere. Gemäss einer Erhebung der Schweizerischen Paritätischen Berufskommission Holzbau (SPBH) im Jahr 2023 verlässt schon nach kurzer Berufstätigkeit eine grosse Anzahl der Zimmerleute die Branche wieder. Rund 16 000 Mitarbeitende waren im Jahr 2022 in der Holzbaubranche beschäftigt – mit 6127 war ein grosser Teil davon jünger als 26 Jahre, die Anzahl der 27- bis 36-Jährigen lag noch bei 4141 Mitarbeitenden. Lediglich rund ein Drittel (5685 Mitarbeitende) war gemäss der Erhebung älter als 36 Jahre. Mit jährlich durchgeführten Erhebungen bei den Lernenden Zimmerin/Zimmermann EFZ und Holzbearbeiter/in EBA möchte das Team Bildung von Holzbau Schweiz ergründen, was die Zukunftspläne der jungen Leute sind. Im Idealfall lassen sich aus den Antworten – national oder regional – Massnahmen ableiten, um ihren Verbleib in der Branche zu fördern.
Isolierarbeiten sind unbeliebt
Von den rund 670 Lehrabgängern/-innen bei den Zimmerleuten in der Deutschschweiz haben im vergangenen Sommer 362 an der Umfrage teilgenommen, das entspricht einer Teilnahme von starken 54 Prozent. Für die Umfrage sind rund 90 Berufsschullehrer/-innen kontaktiert worden, um die Befragung zu unterstützen. Die Umfrageteilnehmenden wurden nach ihrer Zufriedenheit zu verschiedenen Aspekten des Berufs gefragt und konnten die genannten Aspekte von 1 (= sehr unzufrieden) bis 5 (= sehr zufrieden) bewerten. Besonders positiv schneiden bei den Lehrabgängern das Abwechslungsreiche ihrer Tätigkeiten, das Arbeiten draussen und die Arbeit im Team ab. Besonders unbeliebt bei den jungen Zimmerleuten ist hingegen das Isolieren und Dämmen, als stark belastend wird die körperliche Anstrengung bei der Montage bewertet.
17 Prozent wechseln die Branche
Von 355 Umfrageteilnehmenden geben 109 an, nach dem Erlangen des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses im Lehrbetrieb weiterzuarbeiten, weitere 37 bleiben in der Branche und wechseln den Betrieb oder arbeiten bei einem Personalverleih. Für 80 Lehrabgänger geht es zunächst in den Militär- oder Zivildienst. Auch Weiterbildungen (64), die Selbständigkeit (6) oder die Walz (2) werden anvisiert. Der Anteil derjenigen, die direkt nach der Lehre die Branche wechseln wollen, liegt bei 17 Prozent (61 Befragte). Hier hakte das Bildungsteam von Holzbau Schweiz nochmals genauer nach: Wohin gehen diese jungen Zimmerleute? In die Land- und Forstwirtschaft zieht es 22 Prozent, jeweils 8 Prozent gehen zur Polizei/Grenzwache/Berufsfeuerwehr und weitere 8 Prozent wollen im Bauhauptgewerbe arbeiten. Noch keine konkreten Ziele gibt es bei 23 Prozent.
Über die persönlichen Gründe für den Weggang aus der Holzbaubranche lässt sich nur spekulieren. Die Befragung hat jedoch ergeben, dass 52 von 362 Lehrabgängern mit dem Lohn als ausgelernte Fachkraft sehr unzufrieden sind, demgegenüber stehen 33 Lehrabgänger, die sehr zufrieden damit sind. Mit den Arbeitszeiten sind 167 Befragte (46 %) zufrieden, 71 Teilnehmende (20 %) wünschen sich hingegen flexiblere Arbeitszeiten. holzbau-schweiz.ch